Freitag, 26. Januar 2018

Gerechtfertigt

"Eine Wohltat, die kein Verstand [in diesem Leben] völlig begreifen oder beherzigen kann..."
So schreibt Herman Bavinck über die Lehre der Rechtfertigung (Reformed Dogmatics, 4: 176). Diese Lehre verkündigt uns, dass wir Christus und seinen perfekten Gehorsam durch den Glauben an ihm empfangen. So spricht der Vater uns gerecht, und so sieht Er jeden Christen. Vom Kopf bis Zeh in Christi perfekter Liebe bekleidet, als ob wir das alles geleistet hatten, was Jesus auf Erde tat. Der perfekte Mensch hat seine Gerechtigkeit uns gegeben. 

Hätte Gott uns nur vergeben, hätten wir wieder alles versündigt.
Hätte Gott uns nur eine zweite Chance gegeben, hätten wir die verbockt.
Hätte Gott uns nur ein neues weißes Blatt gegeben, hätten wir es ganz und gar verschmutzt.

Deswegen hat Gott uns Jesu Gehorsam gegeben. In Christus sind wir durch den Glauben gerecht vor Gott. 

Donnerstag, 25. Januar 2018

Akzeptiert In Christus

Calvins Frömmigkeit ist das Ethos und die Taten von Menschen, die durch den Glauben erkennen, dass sie in Christus akzeptiert und allein durch Gottes Gnade in Christi Leib eingegliedert worden sind. Durch diese Adoption, diese "mystische Einheit", verkündigt der Herr, dass sie durch die Kraft des Heiligen Geistes ihm als sein Volk und Christi Glieder ganz und gar im Leben und im Tod  gehören. Diese Beziehung, die Gott zu seinen Gläubigen errichtet, stellt die Freude der Gemeinschaft mit Gott wieder her. Sie verlangt und schafft eine Reaktion vom Gläubigen, und dadurch schafft sein Leben wieder neu. Gottes Anspruch auf dem Gläubigen anzuerkennen, bringt die Pflicht mit sich, Gott im privaten und im öffentlichen Leben zu verherrlichen, indem sie ihre wahre Freude in Gottes Herrschaft finden. 
Elsie Mckee, John Calvin: Writings on pastoral piety, s. 5

Seelenstreit

"Geliebte, ich ermahne euch als Gäste und Fremdlinge : Enthaltet euch der fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten..." 1 Petr 2: 11
Hier finden wir eine neue Sichtweise unserer Wünsche als gefallene Menschen. Die tiefen, mitreißenden Sehnsüchte des Herzens sind gefährlich. Wie unsichtbare Gift und scharfe Schwertstiche verzerren sie das Herz, verkrümmen die Persönlichkeit, sie machen uns weniger menschlich. In sofern, dass mein Herz etwas answers will als Gott für mich will, begehre ich meinen eigenen Untergang. Meinem selbstsüchtigen Herzen zu folgen ist der breite Pfad ins Verderben.

Daher muss ich meinen Sinn erneuern (Röm 12: 1-2), Gott darum bitten, mein Herz in der Furcht seines Namens zu einigen und heil zu machen (Ps 86: 12), und Teil einer Ortsgemeinde sein (Eph 4: 11ff), wo Gott mir hilft Christi Herrlichkeit zu sehen, begehren und dadurch verwandelt zu werden (2 Kor 3: 18).

Mittwoch, 24. Januar 2018

Zwei Herausforderungen

"John Owen schrieb einmal, dass es eigentlich nur zwei Schwerpunkte beim Dienst eines Pastors gibt: Der erste Schwerpunkt ist eine evangelistische Herausforderung: Die, die unter der Macht der Sünde liegen, zu überzeugen, dass dies ihr wahrer Zustand ist. Der zweite Schwerpunkt ist die pastorale Herausforderung, die, die nicht mehr unter der Macht der Sünde liegen, zu überzeugen, dass dies ihre wahre Identität ist."
Sinclair Ferguson, Devoted to God, 91. 

Freitag, 19. Januar 2018

Vater Der Barmherzigkeit

"Unser Gott ist auch der "Vater der Barmherzigkeiten" ... von ihm fließt liebendes Mitgefühl zu seinen Kindern, wenn sie durch Anfechtungen geprüft werden. Vielleicht hatte Paulus die Worte von Ps 103: 14ff im Kopf, "Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, welche ihn fürchten; denn Er weiß, was für ein Gebilde wir sind; Er denkt daran, dass wir Staub sind." Noch mehr, dieser Gott, unser Gott, ist der "Gott alles Trostes". Das heißt, Er ist die göttliche Quelle von allem Trost zu seinem Volk. Das Wort "all" schließt sowohl jegliche andere Quelle des Trostes aus, wie es auch die volle Genügsamkeit dieses Trostes für jede Situation (vgl. Phil 4: 19. 
Kein Leid, egal wie extrem es ist, kann den Gläubigen von der sanftmütigen Fürsorge und Barmherzigkeit seines himmlischen Vaters trennen. Ganz im Gegenteil, die allmächtige Kraft und Gnade vom Allerhöchsten werden genau in der äußeren Schwachheit des Gläubigen gesehen und verherrlicht. Das ist in der Tat, ein roter Faden bei diesem Brief [2 Korinther]."
Philip Edgcumbe Hughes, 2 Corinthians, s.11